Brustkrebs

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Was ist Brustkrebs? Definition:

Brustkrebs bezeichnet eine bösartige Geschwulst in der Brust, die in den meisten Fällen von den Milchgängen, seltener auch vom Drüsengewebe der Brust ausgeht.

Auch oft gesucht: Mammakarzinom, Brusttumor


Brustkrebs (ICD-10 C50.0–C50.8) ist in Deutschland mit etwa 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung der Frau. Mit zunehmendem Lebensalter steigt die Erkrankungshäufigkeit. Allerdings sind knapp drei von zehn Frauen jünger als 55 Jahre alt, wenn sie mit Brustkrebs diagnostiziert werden. Männer erkranken nur selten an Brustkrebs und machen nur 0,5 % bis 1 % der Brustkrebserkrankungen aus.

Brustkrebs Ursachen & Entstehung

Ein geordneter Kreislauf regelt, dass sich die Körperzellen laufend erneuern, indem alte Zellen absterben und durch neue ersetzt werden. Veränderungen in der Erbsubstanz, sogenannte Mutationen, können dazu führen, dass sich gesunde Zellen zu Krebszellen verändern. Krebszellen besitzen die Eigenschaft, dass sie sich unkontrolliert vermehren können – neue Zellen wachsen ungebremst und alte Zellen sterben nicht mehr ab – als Folge entsteht ein Überschuss an Gewebe, ein Tumor.

Tumor ist nicht gleichbedeutend mit Krebs. Man unterscheidet gutartige (benigne) von bösartigen (malignen) Tumoren. Nur bei den bösartigen Tumoren ist von Krebs die Rede. Krebszellen können das angrenzende Gewebe befallen. Indem sich die Krebszellen aus ihrem Verband lösen, können sie sich im Körper verteilen und Metastasen in anderen Geweben und Organen bilden.

Es gibt viele Gründe für die Veränderungen der Erbsubstanz, die zu Krebs führen – dazu zählen genetische Faktoren, das Alter, hormonelle Einflüsse und Lebensstilfaktoren. In manchen Fällen kommt es auch ohne erkennbaren Grund zu den gefährlichen Veränderungen.

Im Hinblick auf Lebensstilfaktoren, die mit dem Brustkrebsrisiko im Zusammenhang stehen, werden besonders der Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch sowie der Verzehr von hochverarbeiteten Produkten allgemein als risikofördernde Faktoren diskutiert. Hingegen gilt der Verzehr von Gemüse, Obst und Fisch als risikosenkend.

Zwischen fünf bis zehn Prozent der Brustkrebspatienten leiden an familiärem Brustkrebs. Dies bedeutet, dass Genveränderungen (Mutationen) von den Eltern auf die Nachkommen übertragen wurden, welche das Risiko erhöhen, im Laufe des Lebens an Brustkrebs zu erkranken. Zwei bekannte Gene, deren Genveränderungen für die Entstehung von familiärem Brustkrebs mitverantwortlich sind, sind die sogenannten Brustkrebsgene BRCA1 und BCRA2.

Brustkrebs Symptome & Anzeichen

In einem frühen Krankheitsstadium bereitet eine Brustkrebserkrankung in den meisten Fällen keine Beschwerden. Bei fortgeschrittener Erkrankung können Symptome von Metastasen ausgehen – und z. B. Schmerzen in den Knochen verursachen oder die Atmung erschweren.

Überblick Brustkrebs und Behandlungsmethoden


Die Behandlung von Brustkrebspatienten umfasst Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie, Antihormontherapie und/oder zielgerichtete Therapien. Welche der Behandlungen zum Einsatz kommt, hängt u. a. von der Größe des Tumors, dem Krankheitsstadium, dem molekularen Brustkrebstyp sowie von Alter, Begleiterkrankungen und dem Allgemeinzustand des Patienten ab.

Es gibt einige Veränderungen der Brust, die ein Anzeichen für Brustkrebs sein können. Wenn eines dieser Anzeichen auftritt, ist eine Abklärung beim Frauenarzt notwendig. Zu den Anzeichen zählen:

  • Knoten oder Verhärtungen in der Brust, die neu aufgetreten sind
  • Veränderungen an den Brustwarzen wie z. B. Hautveränderungen oder Absonderungen, besonders wenn sie einseitig sind und Blut oder Eiter austritt
  • Unterschiedliches Aussehen und Größe der Brüste, z. B. beim Anheben der Arme
  • Schwellungen oder Knoten in den Achselhöhlen, die nicht auf eine andere Erkrankung zurückzuführen sind
  • Auffälligkeiten der Haut wie z. B. Rötung, Entzündung, Großporigkeit, Dellung, Grübchen

Behandlung Brustkrebs

Bei Brustkrebserkrankungen wird grob zwischen den drei folgenden molekularen Subtypen unterschieden:

Operation

Bei der Operation wird das Tumorgewebe aus der Brust entfernt. Man unterscheidet zwischen der Mastektomie und der Lumpektomie.

Von einer Mastektomie ist die Rede, wenn die gesamte Brust inklusive Brustdrüse, Haut und Hüllschicht des Brustmuskels entfernt wird. Die Mastektomie kommt heutzutage nur noch selten zum Einsatz. In den folgenden Fällen wird eine Mastektomie angewandt:

  • Wenn der Tumor groß ist oder mehrere Tumoren in der Brust wachsen
  • Wenn in der gesamten Brust Krebsvorstufen nachweisbar sind
  • Wenn der Tumor die Brusthaut betrifft
  • Wenn medizinische oder andere Gründe gegen eine Strahlentherapie sprechen
  • Wenn der Tumor bei einer vorhergehenden brusterhaltenden Operation nicht vollständig entfernt werden konnte und bei einer Nachoperation nur eine vollständige Entfernung der Brust möglich ist
  • Auf Wunsch des Patienten


Bei einer Lumpektomie wird im Gegensatz zur Mastektomie brusterhaltend operiert. Im Anschluss an eine brusterhaltende Operation erhalten viele Patienten eine Strahlentherapie, um möglicherweise verbliebene Tumorzellen zu eliminieren.


Hilfestellung für nach der Operation



Neoadjuvante und adjuvante Behandlungen

Die Operation ist die Standardbehandlung von Patienten mit Brustkrebs im Frühstadium. Studien zeigen, dass auch Brustkrebspatienten mit Metastasen von einer Operation profitieren.

Sind neben der Operation weitere Behandlungen notwendig, klassifiziert man diese in neoadjuvante Behandlungen, die vor der Operation angewandt werden, und adjuvante Behandlungen, die erst nach der Operation zum Einsatz kommen.

Früherkennung und Vorsorge

Um Brustkrebs frühzeitig zu erkennen, sollten Frauen regelmäßig die Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt wahrnehmen und einmal im Monat ihre Brüste selbst abtasten. Im Rahmen der gesetzlichen Früherkennung können alle Frauen ab dem 30. Lebensjahr einmal im Jahr eine Tastuntersuchung der Brust und der Achselhöhlen beim Frauenarzt durchführen lassen. Fachleute empfehlen jungen Frauen, das Abtasten ihrer Brüste nach ihrer Regelblutung durchzuführen. Bei älteren Frauen, die keine Regelblutung mehr haben, sollte das Abtasten jeweils zum gleichen Zeitpunkt im Monat stattfinden.

Die Mammographie (auch Mammografie oder Brustkrebs-Screening) ist eine Röntgenuntersuchung der Brust, die der Früherkennung von Brustkrebs dient. Sie ist Bestandteil der gesetzlichen Krebsfrüherkennung in Deutschland und wird allen Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren alle 2 Jahre angeboten. Die Mammographie wird manchmal auch als Screening bezeichnet – damit wird zum Ausdruck gebracht, dass es sich um eine Routineuntersuchung gesunder Frauen handelt.

Ein klarer Vorteil der Mammographie ist, dass sie es ermöglicht, Veränderungen bereits sehr früh, also bevor sie sich z. B. in Form von Knoten oder Verhärtungen zeigen, zu erkennen. Auf den Röntgenbildern der Mammographie kann außerdem Mikrokalk sichtbar gemacht werden – dieser deutet auf Umbauprozesse im Gewebe hin und ist eine Krebsvorstufe. Mit der Mammographie lassen sich Brustkrebs und seine Vorstufen also sehr früh erkennen – und je früher Krebs erkannt wird, desto besser lässt er sich behandeln und heilen.

Kritiker bemängeln, dass die Mammographie zu Überdiagnosen führt. Einige Frauen werden aufgrund der Mammographie-Ergebnisse behandelt und geängstigt, obwohl sie nie an Brustkrebs erkrankt wären. Denn: bei der Mammographie werden durchaus Veränderungen entdeckt, bei denen man nicht einschätzen kann, wie sie sich entwickeln werden.

Die Kosten für das Mammographie-Screening im Rahmen der Krebsfrüherkennung werden von den Gesetzlichen und Privaten Krankenkassen übernommen. Haben Privatversicherte einen Selbstbehalt vereinbart, von dem Vorsorgeuntersuchungen nicht ausgenommen sind, müssen sie diesen Anteil unter Umständen übernehmen.

Die Mammographie kommt nicht nur zur Früherkennung von Brustkrebs zum Einsatz, sondern zählt auch zu den wichtigsten Maßnahmen, um einen Verdacht auf Brustkrebs abzuklären. Eine Mammographie, mit der Auffälligkeiten abgeklärt werden sollen, ist (im Gegensatz zur 2-jährlichen Früherkennungsuntersuchung) jederzeit möglich.

Ernährung und Bewegung

Ernährung

Studien zeigen, dass die Ernährung eine Rolle für das Brustkrebsrisiko und das Überleben nach überstandener Krankheit spielt. Brustkrebspatienten wird zu einer gesunden, hochwertigen und fettarmen Ernährung geraten. Obwohl Studien zeigen, dass der Verzehr von Soja vor Brustkrebs schützen könnte, ist Sojakonsum in puncto Brustkrebsrisiko nicht gänzlich unumstritten. Alkohol und rotes Fleisch sind Risikofaktoren für Brustkrebs.

Bio-Lebensmittel und gesunde Ernährung



Bewegung

Eine Vielzahl von Studien belegt die Vorteile von körperlicher Aktivität bei Brustkrebspatienten. Bewegung mindert die Nebenwirkungen der Therapie und bessert die Lebensqualität. Einige Studien zeigen zudem einen Überlebensvorteil bei sportlich aktiven Patienten. Außerdem schützt Sport davor, überhaupt erst an Brustkrebs zu erkranken.

Lebensstil und Alternatives

Lebensstil

Ein gesunder Lebensstil und insbesondere ein normales Körpergewicht wirken sich günstig auf die Prognose von Brustkrebspatienten aus.

Alternatives

Studien zeigen, dass Musik und Tanzen positiv auf die Patienten wirken ebenso wie Yoga und Achtsamkeit, Hypnose und Psychotherapie sowie Akupunktur und Kinesio-Taping.

In einer kleinen Studie sahen deutsche Wissenschaftler Potential darin, wenn Brustkrebspatienten während einer Chemotherapie-Behandlung fasteten. Denn dies besserte die Lebensqualität der Patienten und minderte ihre chronische Erschöpfung.

Forschung zu Cannabis zeigt, dass gerade bei Brustkrebspatienten mit fortgeschrittener Erkrankung eine schmerzlindernde Wirkung durch die Einnahme von Cannabis erzielt werden könnte. Jegliche Form der alternativen Therapie sollte stets ergänzend zu der konventionellen Therapie erfolgen – bei einer ausschließlichen Therapie mit alternativen Behandlungsmöglichkeiten sind negative Konsequenzen zu erwarten.

Brustkrebs und Schwangerschaft

Die Forschung zeigt, dass Schwangerschaften nach einer Brustkrebsdiagnose sicher sind. Da Frauen heutzutage immer später schwanger werden, wurden in den letzten Jahrzehnten vermehrt Brustkrebsfälle bei Schwangeren verzeichnet. Die derzeitige Datenlage deutet darauf hin, dass es bei einer Brustkrebsdiagnose während der Schwangerschaft zwar vermehrt zu Frühgeburten und einem vorzeitigen Blasensprung kommt, kindliche Fehlgeburten aber nicht häufiger auftreten.

Bei jungen Brustkrebspatientinnen, die ihre Familienplanung noch nicht abgeschlossen haben, sollten vor Behandlungsbeginn Maßnahmen ergriffen werden, die eine Schwangerschaft der Patientinnen nach überstandener Krankheit ermöglichen. Die derzeit sicherste Maßnahme dafür ist das Einfrieren von Eizellen (Kryokonservierung). Darüber hinaus existieren Medikamente (sogenannte GnRH-Agonisten), die darauf abzielen, die Fruchtbarkeit der Frauen zu erhalten und ein vorzeitiges Einsetzen der Wechseljahre zu verhindern.

Brustkrebs und Erwerbsfähigkeit

Die Diagnose Brustkrebs geht häufig mit einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit, Arbeitslosigkeit oder Berufsunfähigkeit einher. Besonders psychische und entzündliche Erkrankungen schränken die Arbeitsfähigkeit der Patienten ein.

Brustkrebs Forum

Soziale Medien wie Facebook oder Instagram bieten vielen Betroffenen eine gute und häufig gern genutzte Möglichkeit zum Austausch. Dort können sich die Betroffenen über Ängste und Erfahrungen, Therapien und deren Wirkung sowie über Lebensstilthemen wie Bewegung, Ernährung und Entspannung austauschen.

Prominente mit Brustkrebs

Natürlich bleiben auch prominente Frauen nicht von einer Brustkrebserkrankung verschont. Viele prominente Frauen machen ihre Erkrankung öffentlich und schaffen auf diesem Wege wertvolle Aufmerksamkeit für die Diagnose Brustkrebs, den Umgang mit der Erkrankung und deren Bewältigung. Zu bekannten Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, zählen beispielsweise Sylvie Meis, Angelina Jolie, Manuela Schwesig, Anastacia, Cynthia Nixon und Kylie Minogue.

Literatur

  • Diagnostik und Therapie früher und fortgeschrittener Mammakarzinome. Empfehlungen der AGO Kommission Mamma. W. Zuckschwerdt Verlag GmbH München, 2019
  • Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms. Version 4.0, Dezember 2017