Chronische Wunden

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Was ist Chronische Wunden? Definition:

„Wunden werden als chronisch bezeichnet, wenn sie innerhalb von 8 Wochen (laut AWMF S3-Leitlinie) bzw. 4 bis 12 Wochen (laut Expertenstandard (DNQP) Pflege von Menschen mit chronischen Wunden), nach Wundentstehung trotz konsequenter Therapie keine Heilungstendenz zeigen.“

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Was sind chronische Wunden und wie werden diese behandelt?



Ursachen

Ob eine Wunde chronifiziert, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Zu den Risikofaktoren für eine Chronifizierung von Wunden zählen:

  • Alter (Mit zunehmendem Lebensalter steigt das Risiko für die Ausbildung einer chronischen Wunde, aufgrund von z. B. der nachlassenden Regenerationsfähigkeit des Körpers, Seneszente Zellpopulationen, Multimorbidität, Polymedikation.)
  • Durchblutungssituation (Sowohl arterielle wie auch venöse Durchblutungsstörungen, können Ursachen für eine unzureichende Heilungstendenz sein oder die Wundsituation sogar verschlechtern.)
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Druckeinwirkung auf den Wundbereich
  • Wundinfektion sowie sonstige Infektionen, aber auch bereits eine zu hohe Keimlast in der Wunde (Die Wundheilung wird vom Immunsystem getriggert. Ist dieses aufgrund einer Infektion mit der Bekämpfung dieser beschäftigt, kommt es zu einer deutlichen Verzögerung bis hin zum Stillstand der Abheilung.)
  • Stoffwechselstörungen (z. B. Diabetes mellitus)
  • Störungen des Immunsystems (z. B. durch psychosozialen Stress, medikamentöse Suppression, Autoimmunerkrankungen)
    Übersicht: Risikofaktoren für die Chronifizierung von Wunden.
  • Nikotinabusus (Nikotinbedingte Gefäßsklerose; zudem wirkt Nikotin gefäßverengend durch seine Rezeptorwirkung am Blutgefäß selbst, wodurch sich die Blutversorgung im Wundgebiet verschlechtert.)
  • Übergewicht
  • Mangelernährung
  • Konsumierende Grunderkrankungen (Tumorerkrankungen)
  • Wissensdefizite (mangelndes Krankheitsverständnis)
  • Genetische Disposition
  • Hauterkrankungen

Kennzeichen für chronische Wunden

  • Das Vorhandensein pathologischer Ursachen wie z. B. periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) oder chronisch venöse Insuffizienz (CVI)
  • Eine langsame bis stagnierende Heilung
  • Ein untypischer Ablauf der physiologischen Wundheilungsphasen
  • Lokale Abwehrstörung (d.h. das Immunsystem ist vor Ort in der Wunde in seiner Funktion eingeschränkt)
  • Fibrinpersistenz als Zeichen der Chronifizierung
  • Migrationsdefekt der Keratinozyten

Typische chronische Wunden

Zu den häufigsten Wundarten, die chronifizieren, zählen:

  • Dekubitus
  • Ulcus cruris venosum/arteriosum/mixtum (sowie anderer Ursachen)
  • Diabetisches Fußulcus
  • postoperative Wundheilungsstörungen
  • Tumorwunden (wobei es sich hierbei um keine klassische chronische Wunde handelt, sondern sich nur über den Zeitraum als solche definiert)
  • autoimmunbedingte Wunden

Therapie

Die Therapie ist abhängig von der zugrundeliegenden Entstehungsursache der chronischen Wunde. Es ist immer eine Kombination von Kausaltherapie (Ursachentherapie), der lokalen, phasengerechten Versorgung der Wunde mit entsprechenden Wundauflagen und begleitender Maßnahmen, wie z. B. die Optimierung des Ernährungszustandes, die Verbesserung der Hautsituation usw.

Literatur

  • Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege DNQP (2015): Expertenstandard Pflege von Menschen mit chronischen Wunden, 1. Aktualisierung, Hochschule Osnabrück
  • AWMF S3-Leitlinie Lokaltherapie chronischer Wunden bei Patienten mit den Risiken periphere arterielle Verschlusskrankheit, Diabetes mellitus, chronisch venöse Insuffizienz, Registernummer 091 - 001
  • Danzer, S. (2019): Wundbeurteilung und Wundbehandlung, 2. Auflage, Kohlhammer Verlag