Dermatitis

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Was ist Dermatitis? Definition:

Als Dermatitis wird eine entzündliche Reaktion der Haut bezeichnet. Von der entzündlichen Reaktion ist hauptsächlich die Dermis (Lederhaut) betroffen.

Auch oft gesucht: Intertriginöse Dermatitis, Inkontinenzassoziierte Dermatitis, Ekzem



Intertriginöse Dermatitis

Bei einer Intertriginösen Dermatitis (ITD) handelt es sich um eine Entzündung und Schädigung der Haut, insbesondere in Hautfalten, die durch Haut-an-Haut-Reibung in Verbindung mit Schwitzen (Diaphoresis) entstehen. Dies führt zur Ausbildung von rissförmigen Wunden und/oder einer Superinfektion.

Auslöser Intertriginöse Dermatitis

Zu den Auslösern einer ITD gehören:

  • Schweiß
  • Reibung
  • Mazeration bei Adipositas

Erscheinungsbild

  • Dermatitis mit hochroten, meist scharf begrenzten, großflächigen, juckenden oder schmerzenden Erosionen, Flecken oder erosiven Plaques.
  • Häufig auch Rhagadenbildung in den Körperfalten - Ausbildung von linearen Verletzungen in den Hautfalten.
  • Ein unangenehmer süßlicher Fötor weist auf eine bakterielle Superinfektion hin.
  • Satelittenherde weisen auf eine intertriginöse Candidose oder auf ein kontaktallergisches Ekzem hin.
  • Zu Beginn oberflächlich, kann sich bei Entstehung der linearen Wunden bis in die Dermis.

Lokalisationen

Eine ITD findet man bevorzugt an diesen Lokalisationen:

  • Gesäßfalte
  • Leistenbeuge
  • Bauchfalte
  • submammär (unter der Brust)
  • axillar

Externe Therapie

  • Trockenlegung der befallenen Region durch konsequente Einlage von Leinenläppchen oder Mullstreifen (diese müssen regelmäßig gewechselt werden, da sie die Feuchtigkeit halten, sobald sie durch den vorhandenen Schweiß durchfeuchtet sind); besser gemischtporige Schäume (z. B. Ligasano® weiß).
  • Belüftung der Hautfalten, z. B. durch Verwendung von gemischtporigen Schäumen, sodass die Hautfalten nicht direkt aufeinanderliegen.
  • Falls bei bakterieller Superinfektion erforderlich Kombination von topischen Steroiden mit topischen Antibiotika (z.B. Fucidine).
  • Bei Abklingen des akut-nässenden Zustandes Übergang auf eine Zinkhaltige Applikation (z.B. 5% Zinkoxid-Creme in Ungt. emulsif. aq.) oder auch auf weiche Zinkpaste.
  • Bei Überlagerung der Intertrigo durch Candida albicans empfehlen sich initial nystatinhaltige Pasten/Softpasten.
  • Prophylaktisch: Atmungsaktive Hautschutzfilme oder Barrierecremes.

Inkontinenzassoziierte Dermatitis

Bei dieser Hautschädigung handelt es sich um eine Entzündung der perinealen oder perigenetalen Haut. (Gray et al. 2007) Die Inkontinenzassoziierte Dermatitis (IAD) ist eine klinische Manifestation eines feuchtigkeitsassoziierten Hautschadens in Verbindung mit einer Inkontinenz (Urin- und/oder Stuhlinkontinenz).


Was ist Inkontinenzassoziierte Dermatitis?



Risikofaktoren Inkontinenzassoziierte Dermatitis

Folgende Risikofaktoren tragen zur Entstehung einer IAD bei:

  • Chronische Belastung mit Feuchtigkeit
  • Inadäquate Oxygenierung der Haut
  • Fieber
  • Alkalischer pH-Wert
  • Okklusive Inkontinenzversorgungen
  • Keimwachstum
  • Eingeschränkte Mobilität
  • Reibung
  • Alter

Symptome Inkontinenzassoziierte Dermatitis

Allgemein

  • Entzündliche Reaktionen im Bereich des aufsaugenden Inkontinenzproduktes (z.B. „Windelhose“, anatomische Vorlage)
  • Gerötete, nasse, schuppige Erosionen
  • Häufig glänzende Oberfläche
  • Bläschen und Pusteln
  • Juckreiz
  • Schmerzende offene Hautstellen

IAD mit Candida-Infektion:

  • Scharf abgegrenzte, feuchtglänzende Hautrötungen in der Gesäßfalte und im Genitalbereich
  • Schuppensaum an den Übergangszonen zur gesunden Haut
  • Streuung der stecknadelkopfgrosse Knötchen oder Pusteln im Randbereich (Satellitenpapeln)

IAD mit einer bakteriellen Infektion:

  • Nässende Hautrötungen
  • Pusteln und Blasen
  • Bei schwerem Verlauf: offene, blutende Hautstellen

Therapie Inkontinenzassoziierte Dermatitis

Therapiehinweis

  • Nach Möglichkeit werden zur Behandlung der IAD äußerlich anwendbare Arzneimittel eingesetzt.
  • Bei akuter IAD sind hydrophile Pasten besonders gut geeignet, da sie Feuchtigkeit aufnehmen können.
  • Systemische antimykotische Therapie nur bei schwerem Verlauf einer Windeldermatitis / IAD in Kombination mit Mundsoor oder bei Befall des Gastrointestinaltrakts .
  • Hartnäckige bakterielle Infektionen müssen allenfalls systemisch behandelt werden.
  • Topische Antibiotika wegen der drohenden Resistenzentwicklung nur sehr zurückhaltend einsetzen.

Medikamentöse Therapie

Antibiotika
  • Je nach Erreger der bakteriellen Sekundärinfektion.
  • Bei einer Staphylococcus aureus-Infektion: Fusidinsäure, orale Cephalosporine oder Beta-Lactamase-resistente Penicilline.
Entzündungshemmer
Milde topische Glukokorticoide
  • Hydrocortison (z.B. Fenistil Hydrocort®, Hydrocortison HEXAL®, Hydrocutan®)
  • Flumetason (z.B. Cerson®, Locacorten®)
    • Zur Unterbrechung der Entzündungsreaktion
    • Hemmung des Juckreizes
Antiinfektiva / Antiseptika:
  • Octenidin
  • Chlorhexidin (z.B. Chlorhexamed®, Corsodyl Eurim®) à Mundantiseptika
  • Clioquinol (z.B. Linola Sept®)
  • Eosin

Alternative Therapiemöglichkeiten

  • Stiefmütterchenextrakt.
  • Kamillenextrakt wirkt desinfizierend und entzündungshemmend, austrocknend.
  • Gerbstoffe (Tannine); Umschläge/Bad z.B. mit Schwarztee: wirkt desinfizierend, gerbend, austrocknend.
  • Eichenrinden-Badezusatz: wirkt entzündungshemmend, gerbend.


Allgemein gilt folgendes zu beachten: Anpassung der Inkontinenzversorgung: z. B. Umversorgung mit Inkontinenzprodukten mit mehr Aufnahmevolumen, häufigerer Wechsel, Kondomurinale, Analtampon

Hautpflege und -therapie Inkontinenzassoziierte Dermatitis

  • Milde Hautwaschemulsionen verwenden: wirkt antibakteriell, antimykotisch und talgreduzierend (antiseborrhoisch).
  • Dexpanthenol zur Regeneration der Haut; nach Abklingen der akuten Symptome.
  • Reinigung mit klarem Wasser (nur bei grober Verschmutzung wenig Syndets zugeben).
  • Haut trockentupfen, nicht reiben oder rubbeln.
  • Haut in den Leisten trocken halten.
    • Verwendung von gemischtporigen Schaumstoffen (z.B. Ligasano®)
    • Cave: Eingelegte Mullkompressen halten Feuchtigkeit!
  • Nach Möglichkeit „trockenlegen“ der Haut.
  • Bei Superinfektion: Antibakterielle Pasten oder ggf. systemische Antibiotika.
  • Bei Pilzbefall: Antimykotische Pasten
    • 2 – 3 Mal tgl. auftragen
    • Pastenreste nicht mit Ölen entfernen! à Ölschicht verhindert Wirkstoffkontakt mit der Haut + Fett = Nährboden für Keime.
    • Anwendung 4 – 6 Wochen nach Abheilung.
  • 3M™ Cavilon™ Advanced
    • Zur Therapie von IAD

Prophylaxe

  • Verwendung von transparenten Hautschutzfilmen oder Barrierecremes