Palliative Care

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Was ist Palliative Care? Definition:

(lat. cura palliativa von „palliare“ „mit einem Mantel bedecken“, engl. care „Fürsorge, Versorgung, Betreuung, Aufmerksamkeit“), auch gleichbedeutend mit Palliativversorgung verwendet, ist ein international anerkanntes umfassendes Konzept zur Beratung, Begleitung und Versorgung schwerkranker Menschen jeden Alters mit einer nicht mehr zu heilenden Grunderkrankung.

Auch oft gesucht: Palliative Care, Palliativversorgung



Erklärung Palliativversorgung



Palliative Care ist der international übliche Fachausdruck. Als deutsche Übertragungen werden verwendet: Palliativmedizin, Palliativbetreuung oder Palliativversorgung. Die Begriffe Palliativpflege und Hospizarbeit beinhalten wichtige Teilaspekte von Palliative Care. (Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin)

Unterteilung

Palliativpflege

Umfasst das pflegerische Fachwissen sowie spezielle Maßnahmen und Leistungen, die innerhalb des ganzheitlichen Konzeptes der Palliative Care (Palliativversorgung) bzw. in der Palliativmedizin von Pflegefachkräften erbracht werden und der Verbesserung der Lebensqualität von Pflegebedürftigen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen oder terminalen Erkrankungen dienen.

Palliativmedizin

Ist Bestandteil von Palliative Care (Palliativversorgung) und nach den Definitionen der WHO und der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin „die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer progredienten (fortschreitenden), weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung zu der Zeit, in der die Erkrankung nicht mehr auf eine kurative Behandlung anspricht und die Beherrschung von Schmerzen, anderen Krankheitsbeschwerden, psychologischen, sozialen und spirituellen Problemen Priorität besitzt.


Palliativversorgung

Nach der WHO ergibt sich folgende Definition: „Palliativmedizin ist ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit den Problemen konfrontiert sind, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen, und zwar durch Vorbeugen und Lindern von Leiden, durch frühzeitiges Erkennen, gewissenhafte Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen belastenden Beschwerden körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art.“

Aus dieser WHO Definition der Palliativmedizin entwickelte sich das Konzept der Palliativversorgung, das nicht nur aus dem medizinischen Bereich besteht, sondern pflegerische Tätigkeiten und psychosoziale Betreuung einschließt. Palliativversorgung wird nicht nur im stationären, sondern auch im ambulanten Bereich durchgeführt.

Säulen der Hospizbewegung und -versorgung_S.Danzer

Unterteilung

Ambulanter Bereich

Hierzu gehören die beiden Bereiche AAPV und SAPV. Welcher der beiden Bereiche beim Betroffenen zum Einsatz kommt, hängt von der Schwere der Erkrankung und dem Zustand des Betroffenen ab.

Die Leistungen der SAPV werden von Palliative Care Teams übernommen. Diese begleiten den Patienten bis zu seinem Tod und leiten entsprechende Maßnahmen zur Symptomlinderung und zum Symptommanagement ein.

In vielen Bereichen unterstützen SAPV Teams auch Pflegeeinrichtungen bei der Begleitung von Sterbenden oder dies wird durch weitergebildete Fachkräfte im Bereich der Palliativpflege selbst organisiert.

Ambulanter Hospizdienst (AHD)

Ein AHD ist die Weiterentwicklung einer Hospizinitiative und verfügt über qualifizierte Hospizhelfer (mind. 15 geschulte Ehrenamtliche, mind. eine halbe Stelle für eine hauptamtliche, qualifizierte Koordinationskraft), die für Betroffene und Angehörige psychosoziale Unterstützung im Sterbe- und Trauerprozeß anbieten. Die Hospizhelferschulung wird entweder selbst durchgeführt oder vermittelt; die Hospizhelfer erhalten Begleitung (z. B. Supervision) und Fortbildungen. Der AHD ist zu festen Zeiten im Büro erreichbar. (Wesentliche Elemente: ehrenamtliche Mitarbeit, hauptamtliche Koordinationskraft) (Definition der Bundesgemeinschaft Hospiz)

(Quelle: palliativ-portal.de)

Hospiz- und Palliativberatungsdienst (AHPB)

Dienst, der zusätzlich zum Einsatz ehrenamtlicher Hospizmitarbeiter im Rahmen eines Ambulanten Hospizdienstes palliativpflegerische Beratungsleistungen anbietet. Die palliativ-pflegerische Beratung wird durch hauptamtliche Pflegekräfte gewährleistet, die eine Palliative-Care-Weiterbildung absolviert haben. Patient, Angehörige, ambulanter Pflegedienst und Hausarzt profitieren vom Fachwissen dieser Pflegekraft, die häufig folgende Leistungen erbringt: Mithilfe bei der rechtzeitigen Organisation nötiger Hilfsmittel, Unterstützung des Hausarztes bei der Symptomkontrolle, Erklärungen und Pflegeanleitung für die oft engagierten, aber überforderten Angehörigen. (Wesentliche Elemente: ehrenamtliche Mitarbeit, hauptamtliche Koordinationskraft, hauptamtliche palliativpflegerische Beratung). (Definition der Bundesgemeinschaft Hospiz)

(Quelle: palliativ-portal.de)

Ambulanter Hospiz- und Palliativ-Pflegedienst (AHPP)

Dienst, der zusätzlich zum Einsatz ehrenamtlicher Hospizmitarbeiter im Rahmen eines Ambulanten Hospizdienstes palliativpflegerische Beratungs- und Pflegeleistungen anbietet. Die palliativpflegerische Beratung und Pflege wird durch hauptamtlich angestellte examinierte Pflegekräfte, die eine Palliative Care-Weiterbildung absolviert haben, gewährleistet. (Wesentliche Elemente: ehrenamtliche Hospizhelfer, hauptamtliche Koordinationskraft, hauptamtliche Palliativpflege durch eigene Pflegende, 24-Stunden-Rufbereitschaft). (Definition der Bundesgemeinschaft Hospiz)

(Quelle: palliativ-portal.de)

Ambulanter Palliativdienst (APD)

Dienst, der sich ausschließlich auf die palliativmedizinische und -pflegerische Betreuung spezialisiert hat. Erforderlich ist die Mitarbeit oder enge Kooperation mit einem spezialisierten Palliativmediziner, der sowohl beratend tätig ist als auch Hausbesuche bei Bedarf durchführen kann. Die hauptamtlichen examinierten Pflegekräfte verfügen über eine dreijährige Ausbildung sowie eine Palliative Care-Weiterbildung und können ausschließlich beratend oder auch direkt in der Versorgung tätig sein. Die Betreuung wird rund um die Uhr gewährleistet. Wünschenswert ist die Mitarbeit bzw. enge Kooperation mit ambulanten Hospizdiensten sowie erfahrenen Sozialarbeitern, Seelsorgern und Psychologen. (Definition der DGP, Oktober 2003)

(Quelle: palliativ-portal.de)

Brückenschwestern

Ist eine Marke des Vereins Onkologischer Schwerpunkt Stuttgart e.V.

Sie umfasst „Dienstleistungen im Gesundheitswesen für schwerkranke und sterbende Patienten mit chronischen Erkrankungen durch Pflegefachkräfte mit staatlicher Anerkennung und entsprechender Fortbildung und Erfahrung.“

Allgemeinsprachlich wird der Begriff Brückenschwester verwendet für Berufe in der Pflegeüberleitung, insbesondere die Betreuung von schwerkranken Tumorpatienten im häuslichen Umfeld.

Stationärer Bereich

Palliativstation

Palliativstationen in Krankenhäusern sind eigenständige, in ein Krankenhaus integrierte spezialisierte Einrichtungen zur Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen, die einer Krankenhausbehandlung bedürfen.

Ziele der Behandlung sind eine Verbesserung oder Stabilisierung der jeweiligen Krankheitssituation sowie die anschließende Entlassung – so weit möglich – nach Hause.

Hospiz

Ein Hospiz ist eine Einrichtung der Sterbebegleitung.

Im deutschen Sprachgebrauch der Gegenwart wird mit Hospiz meist eine stationäre Pflegeeinrichtung bezeichnet, die meist über nur wenige Betten verfügt und ähnlich wie ein kleines Pflegeheim organisiert ist.

Palliative Care Team

„Palliative Care Teams (PCTs) sind selbstständige Organisationseinheiten mit eigenständigem Versorgungsauftrag für Palliativpatienten. PCTs bestehen (im engeren Sinne der Leistungserbringung der SAPV) mindestens aus entsprechend qualifizierten Ärzt*innen und Pflegefachkräften, möglichst mit einem festen Personalstamm. Für die koordinierende Tätigkeit sind Erfahrungen/Kenntnisse im Bereich des Case-Managements erforderlich. PCTs verfügen über eine besondere Personalstruktur und Ausstattung, die eine spezialisierte palliativmedizinische und palliativpflegerische Versorgung sicherstellen.“ (DGP = Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin und DHPV = Deutscher Hospiz- und Palliativverband)

Literatur

  • Pfeifer-Rabe, M./Hojdelewicz, B./Durchschlag, D. (2019): Onkologische Gesundheits- und Krankenpflege - Menschen mit malignen Erkrankungen ganzheitlich begleiten, facultas Verlag