Palliative Wundversorgung

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Was ist Palliative Wundversorgung? Definition:

Palliative Wundversorgung heißt, dass der Betroffene sich in einer Situation befindet, in der trotz aller Maßnahmen, die ergriffen werden, es aufgrund der Erkrankung bzw. des Zustandes des Menschen zu keiner Abheilung der Wunde mehr kommen kann. Dies betrifft in der Regel Menschen am Ende ihres Lebens, bei denen der Tod absehbar ist. (Danzer, 2013)

Auch oft gesucht: Palliative Wundversorgung



Definition

Palliative Wundversorgung heißt, dass der Betroffene sich in einer Situation befindet, in der trotz aller Maßnahmen, die ergriffen werden, es aufgrund der Erkrankung bzw. des Zustandes des Menschen zu keiner Abheilung der Wunde mehr kommen kann. Dies betrifft in der Regel Menschen am Ende ihres Lebens, bei denen der Tod absehbar ist. (Danzer, 2013)

Ziel

Die Zielsetzung im palliativen Setting im Bezug auf die Versorgung ist bei allen Wunden gleich, unabhängig davon, um welchen Wundtyp es sich handelt, wie z. B. Tumorwunden/malignom-assoziierte Wunden, chronische Wunden (wie Ulcus cruris, Dekubitus, Diabetisches Fußulcus) oder Terminale Ulzerationen.

Ziel ist der Erhalt bzw. die Verbesserung der Lebensqualität.

Unterteilung

Heilbare Wunden bei unheilbarer Erkrankung

Ziel: Abheilung der Wunde mit dem Bestreben die Lebensqualität zu verbessern, trotz unheilbarer und progredienter (fortschreitender) Erkrankung.

Umfasst z. B. die Behandlung der Wunde (z.B. Dekubitus niedriger Kategorie, Hautläsion, usw.) mit hydroaktiver Wundversorgung, um in der verbleibenden, begrenzten Lebenszeit eine Abheilung der Wunde zu erreichen. In der Regel handelt es sich hierbei um kleine und/oder oberflächliche Wunden.

Unheilbare Wunden bei unheilbarer Erkrankung

Ziel: Erhalt bzw. Förderung/Verbesserung der Lebensqualität durch Symptomkontrolle bzw. –linderung durch Symptommangement.

Verwendung von entsprechenden Wundauflagen, um eine Stabilität in der Wunde zu erreichen (bei Nicht-Tumorwunden), Vermeidung von Komplikationen wie Infektionen, Blutungen, Geruch, usw. (sowohl bei Nicht-Tumorwunden als auch bei exulzerierenden Tumorwunden) und einer Linderung von auftretenden Symptomen (Blutungen, Geruch, Exsudation, Schmerz, Juckreiz, usw.).

Symptommanagement

Unter Symptommangement versteht man das Ergreifen von Maßnahmen, um ein Symptom zu kontrollieren bzw. zu lindern.

Übersicht: Symptommanagement_S.Danzer

Die in der der palliativen Wundversorgung wichtigsten Symptome sind:

  • Blutung
  • Geruch
  • Exsudation
  • Infektion
  • Schmerz
  • Wundrand und –umgebung (zur Vermeidung von (zusätzlichen) Schädigungen)
  • Juckreiz

Strategie

Da es einfacher ist, bei einer kleinen Wunde Exsudation, Geruch, Blutung usw. zu kontrollieren, werden manchmal palliative Chemotherapie, Bestrahlung, Hormontherapie, Antikörpertherapie oder Elektrochemotherapie eingesetzt, um die Größe maligner Wunden zu reduzieren und Symptome zu lindern.

Hierbei werden onkologische Therapien im Rahmen der Symptomlinderung eingesetzt.

Grundsätze

  • Je näher der Tod ist, desto mehr verschlechtert sich der Wundzustand. Dies ist unabhängig vom Wundtyp.
  • Die Wunddokumentation in einer palliativen Wundversorgung:
    • Entspricht der Dokumentation einer chronischen Wunde. (Oder separate Wunddokumentationsbögen.)
    • Sollte regelmäßig durchgeführt werden, insbesondere im Hinblick auf Tumorwachstum.
    • Verlauf der Symptome wird dokumentiert.
    • Vermerken, ob palliative Chemo-/Bestrahlungstherapie durchgeführt wird, da dies zur Verschlechterung der Wunde führt.
    • Im Bemerkungsfeld z. B. ergänzen: Tumorbelag, Tumorgewebe, Metastasen usw. (falls nicht in den Bögen vorhanden)
  • Im Bezug auf die Dekubitusprophylaxe:
    • Vermerk, wenn kein Positionswechsel durchgeführt werden kann!
    • „Normales“ Weiterführen eines Bewegungsplans.
    • Hinweis auf erschwerende Symptome, wie lagebedingte Dyspnoe, lagebedingte Krampfanfälle usw.
  • Vom Prinzip gleicht die palliative Wundversorgung der Versorgung von chronischen Wunden
  • Je nach Zustand: Lebensqualität hat oberste Priorität!
  • Behandlung der wundspezifischen Problematiken je nach Wundtyp.

Off-label use

Die palliative Wundversorgung ist der einzige Bereich der Wundversorgung, in dem mit Off-label use gearbeitet wird.

Definition Off-label use

"Unter off-label use (zulassungsüberschreitende Anwendung) versteht man eine außerhalb des in der Zulassung beantragten und von den nationalen oder europäischen / internationalen Zulassungsbehörden genehmigten Gebrauchs hinsichtlich der Anwendungsgebiete (Indikationen) eines Fertigarzneimittels."

In der palliativen Wundversorgung werden also Substanzen eingesetzt, die nicht primär für die Wundbehandlung zugelassen sind. Zum Beispiel Augentropfen, Nasentropfen, Antacida, Adrenalin, Metronidazol …

Der Off-label use dient hierbei der Symptomlinderung, insbesondere bei der Versorgung von Tumorwunden.

Literatur

Danzer, S. (2016): Palliative Wundversorgung, W. Kohlhammer Verlag