Wunden

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Was ist Wunden? Definition:

Eine Wunde wird definiert als eine Unterbrechung des Zusammenhangs von Körpergewebe mit oder ohne Substanzverlust, die durch mechanische Verletzung oder durch physikalisch / chemisch bedingte Zellbeschädigung verursacht wird. (Krasner 2001, Schultz 2003)

Auch oft gesucht: Wunden



Definition

„Eine Wunde wird definiert als eine Unterbrechung des Zusammenhangs von Körpergewebe mit oder ohne Substanzverlust, die durch mechanische Verletzung oder durch physikalisch / chemisch bedingte Zellbeschädigung verursacht wird.“  (Krasner 2001, Schultz 2003)

Erklärung von Wunden



Unterscheidung

Wunden lassen sich grob in akute und chronische Wunden unterteilen.

Diese beiden Haupttypen von Wunden, werden zudem in unterschiedliche Untergruppen unterteilt. (siehe Akute Wunden und Chronische Wunden)

Merkmale

Die wesentliche Unterscheidung zwischen akuten und chronischen Wunden liegt in der Abheilungsart und der dafür benötigten Zeitdauer:

Während akute Wunden innerhalb kurzer Zeit komplikationslos im Rahmen der physiologischen Wundheilungsphasen zur Abheilung kommen, überschreiten chronische Wunden diesen Zeitrahmen deutlich.

Merke

Wunden, egal in welcher Form sie auftreten, sind immer Folge einer Störung der intakten Physiologie des Körpers, sei es aufgrund eines Traumas oder ausgelöst durch eine Erkrankung.

Wundgröße

Definition

Die Wundgröße wird anhand von Länge, Breite und Tiefe festgelegt. Ein weiterer Parameter ist das Vorhandensein von Unterminierungen.

Die Vermessung der Wunde ist ein wichtiger Indikator für die Dokumentation eines Wundverlaufes. Anhand dieser Daten können Veränderungen an der Wunde selbst nachvollzogen werden, wie z. B. Verkleinerung, Vergrößerung, Stagnation.

Vermessung einer Wunde

Die eigentliche Wundgröße lässt sich nicht immer allein durch die Inaugenscheinnahme der Wunde bestimmen, insbesondere wenn Anzeichen bestehen, dass eine Unterminierung vorhanden ist.

Vermessen wird bei einer Wunde die längste Länge, breiteste Breite und die tiefste Tiefe in Orientierung an den Körperachsen. Es sollte nicht diagonal vermessen werden, da es so zu falschen Werten kommt. Die Angaben erfolgen in 0,5 cm Schritten. Aufgrund der Gewebeverschieblichkeit lassen sich keine exakten Millimeterangaben treffen.

Tiefenvermessung

Die Tiefe kann in cm gemessen, narrativ (= erzählend) anhand sichtbarer anatomischer Gegebenheiten oder anhand von Wundklassifikationssystemen beschrieben werden. (z. B. Wagner/Armstrong, EPUAP/NPUAP, Widmer, CEAP…)

Wenn Wundklassifikationen verwendet werden, sollte die entsprechende Einteilung angegeben werden, z. B. Dekubitus Kategorie 3 EPUAP, CVI Stadium 3 Widmer, sodass für jeden ersichtlich ist, welche Klassifizierung verwendet wurde.

Die Tiefenvermessung kann mithilfe steriler Materialien, z. B. Tiefenindikatoren, Pinzetten, Knopfsonden, Watteträgern (bei Watteträgern besteht der Nachteil des Verbleibs von Watte in den Taschen bzw. Verletzungen durch das stumpfe Ende). Die Vermessung erfolgt an der tiefsten Stelle der Wunde.

Unterminierungen

Unterminierung heißt nichts anderes als Unterhöhlung. Unterschieden wird dann in Wundrandunterminierung und Wundtasche.

  • Unterhöhlung des Wundrandes bis zu 1 cm = Wundrandunterminierung (ab dann Wundtasche).
  • Ab > 1 cm spricht man von einer Wundtasche.

Unterminierungen werden separat vermessen und auch gesondert angegeben. Die Lagen wird anhand der Uhr (im Uhrzeigersinn) angegeben, wobei 12 Uhr immer kopfwärts und 6 Uhr fußwärts bedeutet.

Ebenso werden Fisteln separat vermessen und angegeben.

Wundareal

Liegen mehrere Wunden eng beieinander, spricht man von einem Wundareal. Hier erfolgt die Vermessung der Gesamtgröße (Einzelwunden müssen nicht extra vermessen werden). Wichtig ist die Angabe der Anzahl der Wunden, die sich im Wundareal befinden.

Methoden zur Vermessung

Vermessen wird eine Wunde z. B. mit:

  • Maßband/Zentimetermaß
  • mittels Tracing (Abpausverfahren; bei oberflächlichen Wunden wie z. B. ein Ulcus cruris)
  • per Volumetrie (Auslitern; bei tiefen, zerklüfteten Wunden geeignet, um das Volumen der Wunde zu bestimmen)
  • digitale Planimetrie (computergestützte Vermessung)

Wichtig

Bei der Vermessung einer Wunde ist darauf zu achten, dass der Betroffene sich stets in derselben Position befindet. Wurde die Wunde zum ersten Mal vermessen, als der Betroffene sich z. B. in Linksseitenlage befand, müssen die nachfolgenden Wundassessments ebenfalls in dieser Lage durchgeführt werden, um Verfälschungen der Messergebnisse zu vermeiden.

Deshalb ist es sinnvoll, die Positionierung bei der Erstvermessung im verwendeten Dokumentationssystem festzuhalten, sodass jeder an der Wundversorgung Beteiligte Zugriff auf diese Information hat.

Wundgeruch

Einleitung

Häufig wird Wundgeruch als Infektionszeichen fehlinterpretiert, denn auch sich reinigende Wunden riechen aufgrund der ablaufenden Reinigungsprozesse. Natürlich kann eine Infektion Auslöser für Wundgeruch sein, ist jedoch nicht der einzige Grund.

Ursachen

Ursachen für Wundgeruch sind z. B.:

  • Gewebezerstörung und Gewebeabbau (im Rahmen der Wundreinigung)
  • bakterielle Besiedelung bzw. Infektion
  • Vorhandensein von Wundexsudat
  • Tumorwunden

Dokumentation

Es gibt aktuell keine Assessment-Instrumente, mit denen Geruch objektiv erfasst werden kann, da jeder Mensch unterschiedliche Nuancen und Geruchsintensität wahrnimmt. Deshalb wird lediglich mit ja oder nein dokumentiert, ob Wundgeruch vorhanden ist.

Beschreibungen von Gerüchen, wie sie in der Vergangenheit verwendet wurden, fallen somit weg.

Wundheilungsarten

Unterscheidung

Die Wundheilungsarten werden in drei Typen unterschieden:

  • primäre Wundheilung
  • sekundäre Wundheilung
  • tertiäre Wundheilung

Primäre Wundheilung

Unter primärer Wundheilung versteht man das Aneinanderlegen (Adaptieren) und Schließen einzelner Gewebeschichten mithilfe von Naht, Klammern, Wundnahtstreifen ("Klammerpflaster") oder Gewebekleber.


Wundheilung anschaulich erklärt



In der Regel ist die primäre Wundheilung nach 6 bis 10 Tagen abgeschlossen. Dabei bildet sich nur minimales Narbengewebe.

Typische primär heilende Wunden sind Operationswunden, aber auch z. B. Schnittwunden oder Platzwunden, die sich sich gut verschließen lassen und somit unproblematisch abheilen.

Sekundäre Wundheilung

Bei einer sekundären Wundheilung muss der Körper die Wunde selbst verschließen. Das heißt, der Defekt heilt Gewebeschicht um Gewebeschicht ab. Das geschieht von unten nach oben und von außen nach innen, und zwar solange, bis der Defekt verschlossen und abgeheilt wird.

Je nach Wundgröße und der entstandenen Gewebeschädigung, ist die Zeit bis zur Abheilung unterschiedlich lang.

Tertiäre Wundheilung

(auch: verzögerte Primärheilung)

Von einer tertiären Wundheilung sprich man, wenn eine Verletzung nicht sofort primär verschlossen werden kann (siehe primäre Wundheilung), sondern dies zu einem späteren Zeitraum erfolgt.

Beispielsweise bei Schnittverletzungen, die länger als sechs Stunden zurückliegen, ist davon auszugehen, dass die Keimzahl in der Wunde zu hoch ist. Würde die Wunde verschlossen, könnte dies eine Wundinfektion verursachen.

Aus diesem Grund werden solche Wunden 2 bis 3 Tage beobachtet (je nach Wundtyp auch länger). Sollte es innerhalb dieses Zeitraumes zu keiner Infektion gekommen sein, wird die Wunde primär verschlossen.

Wundassessment

Definition

Bei einem Wundassassment, auch Wundanalyse genannt, handelt es sich um die Beschreibung der lokalen Wundsituation anhand vorgegebener Parameter, wie z. B.

  • Wundart
  • Wundlokalisation
  • Wunddauer
  • Rezidivzahl
  • Wundgröße (Länge/Breite/Tiefe)
  • Wundgrund
  • Exsudat / Transsudat
  • Wundgeruch
  • Wundrand
  • Wundumgebung
  • Infektionszeichen

Zeitlicher Rahmen

Das Wundassessment sollte alle 14Tage (durchschnittlich) während des Verbandwechsels stattfinden – spätestens jedoch nach 4 Wochen.

Ein vollständiges Wundassessment sollte zudem nach jeder wundbezogenen Intervention erfolgen, z.B. nach Entfernung von avitalem Gewebe (Débridement), bei Verschlechterungen oder in regelmäßigen Abständen.

Literatur

Danzer, S. (2019): Wundbeurteilung und Wundbehandlung, 2. Auflage, W. Kohlhammer Verlag

Danzer, S. (2016): Chronische Wunden - Beurteilung und Behandlung, 4. Auflage, W. Kohlhammer Verlag

Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) (Hrsg): Expertenstandard Pflege von Menschen mit chronischen Wunden, 1. Aktualisierung 2015, Hochschule Osnabrück